Rund um Leipzig, 04.03.2007
Ein kleines Grüppchen von 6 Läufern traf sich diesmal wie gewohnt bei Günter Gelhaar in Markkleeberg-West, um die 18. Leipzig-Umrundung anzugehen. Vom Stammpersonal der letzten Jahre fehlte Andreas Gelhaar, der es sich aber nicht nehmen liess, zusammen mit seinem Vater Günter die Truppe auf dem Fahrrad zu begleiten. Die Wetterprognosen waren im Gegensatz zum Vortag sehr gut, so dass einem grossen Laufspass nichts mehr entgegen stand, wobei der Spass ab 40 km doch etwas nachließ. Aufgrund der recht geringen Teilnehmerzahl war die privat organisierte Verpflegung aller 10 km mehr als reichlich.
Vorbei an der Kirchenruine Wachau, durch Liebertwolkwitz und Engelsdorf bis nach Taucha führte uns die Strecke auf dem ersten Drittel der Gesamtumrundung. Bei reichlich Halbmarathon waren wir nach ca. 2 Stunden in sehr dosiertem Tempo, was bei der Streckenlänge aber dringend angeraten ist. Über den Seegeritzer Weg, einen schönen, aber etwas aufgeweichten Weg verlief die Laufstrecke nach Plaußig und weiter entlang der Neuen Messe nach Wiederitzsch, wo es wieder etwas zu Essen und zu Trinken gab. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass uns wie jedes Jahr ein alter Haudegen der Leipziger Laufszene - Horst Teichert - entgegen kam, bis Wiederitzsch mit lief und wieder nach Paunsdorf zurück kehrte, womit er sich auch einen knappen Marathon ins Trainingstagebuch eintragen durfte.
In Wiederitzsch verliess uns Christian Brendecke, zu fünft ging es weiter bei nun schöner werdendem Wetter nach Lützschena, wo uns am Schloß die nächste Verpflegung erwartete. Hier musste sich der Autor des Berichts entscheiden, ob er abbricht und im knapp 1 km entfernten Heim die Beine lang macht, oder versucht, die Umrundung zum vierten mal zu schaffen. Da das Befinden gut war, gab es keine Ausrede, und weiter ging es. Nun - nach dem Ausstieg von Peter Lybke bei 39 km - lief die Gruppe als "Kleeblatt" weiter über Gundorf, den Bienitz und entlang dem Zschampert nach Miltitz. Dieser Streckenabschnitt ist seit vorigem Jahr neu im Programm, verlängert die Originalstrecke um über 1 km, ist aber der schönste Teil der ganzen Tour, weil keine Asphalttreterei. In Lausen am Kulkwitzer See erwartete uns Heidi Koch mit Kaffee und Kuchen in grosser Auswahl. Hier verabschiedeten wir Jürgen Schönfelder, der nach Hause (Markranstädt) abbog und damit auf 55 km kam. Da waren's nur noch drei. Gleich nach dem Start von der Verpflegunsstelle eine Schrecksekunde: Henning stolpert über eine etwas herausstehende Betonplatte des Straßenbahnübergangs und geht der Länge nach zu Boden. Zum Glück keine Blessuren, aber ein nachdrückliches Signal, sich in dieser Phase des Laufs zu konzentrieren, zumal uns nun ein eintöniger langer Straßenabschnitt nach Großzschocher erwartet. Es herrscht wenig Verkehr, aber ich muss nun ganz schön knautschen. Michael Koch und Henning Mroczkowski entschwinden langsam meinen Blicken, aber Günter Gelhaar bleibt mit dem Fahrrad bei mir. Bei der Unterhaltung mit ihm vergeht auch dieser mental schwierige Abschnitt bis km 55, wo uns nochmals Heidi Koch bewirtet.

Das "Kleeblatt" in Lausen bei km 50: Henning Mroczkowski, Jürgen Schönfelder, Michael Koch und Dieter Ullrich.
Am Nordufer des Cospudener Sees ist endgültig der Frühling ausgebrochen, so viel kann ich trotz nachlassender Kraft noch erkennen. Einige entgegen kommende Jogger werden sich gefragt haben, wie man bei dem "Tempo" solche Schweißränder auf der Hose haben kann. Aber das war mir jetzt egal. An Günters Haustür werde ich von den stark laufenden Oldies Michael Koch und Henning Mroczkowski empfangen. Die Bruttozeit von 6:30h ist etwas schlechter als voriges Jahr, die Nettozeit von 5:45h ebenfalls, aber das war sekundär. Wichtig war das Gemeinschaftserlebnis und die Tatsache, sich nach 60 km noch wie ein Mensch zu fühlen.