Der Countdown war um Mitternacht ausgelaufen, in wenigen Stunden startet also der 32. Leipzig Marathon und das, mit einer Besonderheit. Zum ersten Mal ist die Streckenführung die gleiche wie im vergangenen Jahr. Davon habe ich allerdings recht wenig, denn im letzten Jahr konnte ich verletzungsbedingt nicht mitlaufen. Für mich also ein relativ unbekannter Kurs. Auch ein Unsicherheitsfaktor, das Wetter. Samstagabend war ich in Crimmitschau, da hat es sich ganz schön eingeregnet. So, nun schnell in die Koje, denn zum Ausschlafen bleibt nicht viel Zeit. Ein kleines Frühstück um 8:00 Uhr, die Tasche gepackt und rein in die Laufsachen. Die "Anzugsordnung" war schnell geklärt. Gutes Läuferwetter, 9ºC, bedeckt aber kein Regen - also kurze Hose und Laufshirt, natürlich in Rot, vom Sponsor Stadtwerke Leipzig. 9:30 Uhr am Sportforum. Monika und ich kommen gerade rechtzeitig, um den Start der Inlineskater mit zu verfolgen. Hier treffen wir uns auch mit Ralf und Christian. Zeit für ein Foto vor dem Lauf, so entspannt werden wir nicht mehr lange aussehen. Dann muss Moni los, um sich mit der Kamera an der Strecke aufzustellen und wir gehen in die Startaufstellung. Gemeinsam mit Birgit, Frank, Volker und Achim fiebern wir dem Start entgegen. |
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Der lässt nicht lang auf sich warten. Punkt 10:00 Uhr geht's los und 40 sek. später laufen wir über die Matte. Ralf und ich haben uns wieder vorgenommen, solange es geht zusammen zu laufen. Natürlich habe ich mir auch einen Zeitplan zurechtgelegt, im Vergleich zu Frankfurt vom vergangenen Jahr. Nur am Anfang nicht ganz so schnell und dafür gleichmäßiger durchlaufen. Überraschender Fototermin schon am Waldplatz, so zeitig haben wir Moni noch nicht erwartet und 1-2-3 sind wir vorbei. Bis zum Neuen Rathaus geht's jetzt bergauf, in der ersten Rund noch kein Problem. Locker geht's weiter und der erste Verpflegungspunkt wird großzügig ausgelassen. 5 km in 27 min das sieht gut aus. Wir unterhalten uns und scherzen mit den Zuschauern. "Haltet aus, wir kommen gleich noch mal wieder." ruft Ralf einen Polizisten zu, der uns die Kreuzung frei hält. Kurz vor dem Völkerschlachtdenkmal steht Petra mit der Kamera. Ja, noch sehen wir gut aus ;-) |
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Auch die zweite Verpflegungsstelle in Probstheida wird ausgelassen und mit Elan geht's über die 10-km-Zeitnahme. 00:51:57 - schneller als in Frankfurt. So viel zum Plan. In der Zwickauer Str. laufen wir wieder Petra vor die Linse, die heute auch noch über 10 km starten will. Am dritten V.-Punkt greifen wir dann auch zu. Ein warmer Tee und Rosinen und weiter geht`s. Leider gibt es an allen Getränkestellen nur Plastikbecher, die lassen sich nicht mundgerecht formen und so geht die Hälfte daneben. Am Riverboot, in der Erich-Zeigner-Allee spüre ich die ersten Ermüdungserscheinungen. Das könnte in der zweiten Runde die Schlüsselstelle werden. Ein Schluck aus meiner kleinen Handflasche hilft erst einmal weiter. Am nächsten Versorgungspunkt greife ich mir Cola und Zitronenscheiben. Was für eine Mischung, aber wenn`s hilft. Jetzt biegen wir in die Jahnallee und die erste Runde ist fast geschafft. Hier stehen besonders viel Zuschauer an der Strecke, auch Britta und Silvio, die beide leider verletzungsbedingt nicht mitlaufen können. Silvio mahnt uns, nicht zu übertreiben, aber beflügelt von der tollen Stimmung treibt es uns bei 01:48:41 über die Halbmarathonmarke. Gut zwei Minuten schneller als in Frankfurt, das setzt noch einmal Emotionen frei. So, Ralf, von nun an geht's bergab. Aber eben nicht wirklich, denn schon geht's wieder bergauf zum Ring. Wir nehmen uns etwas zurück, um den Puls runter zu bekommen. Am Leuschner-Platz ist wieder Phototime. Hier stehen Moni und mein Sohn Alex mit der Kamera und das Neue Rathaus bietet die Kulisse. Wir proben noch mal die Laolawelle, dann ist Schluss mit lustig. Jetzt geht das Rennen erst richtig los. Längst wird keine der zahlreichen Wasserstelle mehr ausgelassen. Auf der Prager Str. Richtung Probstheida, fängt auch das Quälen an und am Kilometerpunkt 31 km bleiben wir das erste Mal zum trinken kurz stehen. Unsere Zwischenzeit hier, 02:41, immer noch fantastisch aber Ralf hat jetzt eine Schwächephase. Nach 35 km schickt er mich weiter und legt erst einma ein kurze Gehpaus ein. |
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Ich versuche weiter mein Tempo zu halten, jetzt bloß nicht aus dem Rhythmus kommen. In der August-Bebel-Str. abklatschen mit Annette und Stefan Rothe. Das gibt mir neuen Schwung und nur noch 6 km, rede ich mir selber ein. Aber der Schleußiger Weg zieht sich schier endlos und wie im Trance laufe ich weiter, durch die Erich-Zeigner-Allee. Am Pavillon von PSR ist Volksfeststimmung und auf dem Rad kommt mir Peter entgegen. Er ruft mir die Zeit zu und treibt mich nach vorn. "Komm, Andreas, du packst das!" 3:32 nach 40 km und die befürchtete Schwächephase ist auch ausgeblieben. An der letzten Versorgungsstelle noch einmal kurz verschnaufen und dann der Endspurt. Gänsehautfeeling auf dem letzten Kilometer. Das Ziel vor den Augen, mit Tunnelblick durch das Spalier der Zuschauer, geschafft! Das für mich heute eine gute Zeit rausspringt, war mir längst bewusst, aber unter 3:45... Wahnsinn. Im Ziel wartet schon Moni und hält meinen Zieleinlauf mit der Digi fest. Kurze Zeit später hat es auch Ralf geschafft. Trotz allem, mit neuer persönlicher Bestzeit. Die ersten Gratulanten sind Volker und Reiner Saage. Volker ist nach seiner Hüft-TEP das erste Mal wieder mit dabei. Gemeinsam mit seinem Bruder Reiner, auf der 4 km Walking-Strecke. Aber alle Achtung, Volker, in 28 min. Zum Abschluss noch ein Foto mit Achim, der genau wie Frank, zum ersten Mal, aber deutlich, unter 4 Std. finishen konnte. Auf die Ankunft der Halbmarathonis konnte ich leider nicht mehr warten. Völlig ausgepowert und fröstelnd zog es mich heimwärts in die warme Badewanne. An dieser Stelle wieder ein Dankeschön an Moni, Petra, Alex und Allen, die uns unterstützt, angefeuert und fotografiert haben, an die Veranstalter für die Super Organisation und ganz besonders an Ralf für dieses gemeinsame Lauferlebnis. Besonders die erste Runde hat wahnsinnig viel Spaß gemacht... und wen der Ralf alles so kennt ...;-) Andreas Hehl - Sonntag, 20. April 2008 |
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